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Die Welle

26. 02. 2008 · von Fabian

Über den Film:

Deutschland. Heute. Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) startet während einer Projektwoche zum Thema „Staatsformen“ einen Versuch, um den Schülern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Ein pädagogisches Experiment mit verheerenden Folgen.Was zunächst harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft beginnt, entwickelt sich binnen weniger Tage zu einer richtigen Bewegung. Der Name: DIE WELLE. Bereits am dritten Tag beginnen Schüler, Andersdenkende auszuschließen und zu drangsalieren.Als die Situation bei einem Wasserballturnier schließlich eskaliert, beschließt der Lehrer, das Experiment abzubrechen. Zu spät. DIE WELLE ist längst außer Kontrolle geraten…
(von: http://www.constantin-film.de/)

Eigentlich geht man so mit einer recht vorgefertigten Haltung ins Kino: Man erwartet eine böse Bewegung, die die armen Schüler in ihren Bann zieht – und findet das Gegenteil: Einen engagierten Pädagogen, der es versteht seine Schüler zu begeistern. Er schafft eine Gemeinschaft, in der seine Schüler etwas finden, was ihnen alleine in ihren gefestigten Cliquen verschlossen bleibt. Und er stellt Regeln auf. Regeln, die akzeptiert werden, teils aus Autorität, teils als offensichtlich notwendige Elemente der neuen Bewegung.

Wir sehen, wie Schüler aus sich heraus gehen, sich verändern, sich öffnen, sich für etwas einsetzen. Dabei vergessen wir das Bild der bösen Sekte und identifizieren uns immer ein Stückchen mehr. Auch wir werden Teil der Gemeinschaft, erleben die Veränderung, überlegen uns, was wir in der Situation gemacht hätten.

Je mehr wir uns mit der Gemeinschaft identifizieren, umso mehr sehen wir das, was wir befürchtet haben: Das Projekt wird zu einem Selbstläufer, die Schüler bringen sich immer mehr ein und gehen vollständig in ihrer neuen Gemeinschaft auf, sie demonstrieren ihr Gemeinschaftsgefühl mit aller Vehemenz. Andererseits verteidigt sich die Gesellschaft, Andersdenkende werden ausgegrenzt, Kritiker unter Druck gesetzt, wer nicht für uns ist ist gegen uns. Nur, es stört uns nicht. Wir fühlen uns als Teil der Welle, Kritiker erscheinen als komische Spinner, die durch ihre offene Ablehnung lediglich eigene Probleme ablenken.

Schließlich kommt das, was wir erwartet haben: Die Eskalation. Erst als wir sehen, wie die Regeln der neuen mit den Regeln der alten Welt aufeinanderprallen merken wir, dass wir uns aus unserer Normalität heraus bewegt haben; hinaus auf einen Weg hin zu Dingen, die unsere Normalität gefährden. Und wir merken, dass die kleinen Schritte, mit denen wir diesen Weg begann bis zu seinem Ende nicht länger geworden sind. (fth)

Bundesstart: 13.03.2008

Website: http://www.welle.film.de/


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